Hätte man uns jedes Mal einen Euro gegeben, wenn ein Backup uns gerettet hat, hätten wir heute viel Kleingeld. Und die meisten dieser „Rettungen“ gehen auf das Konto von Time Machine, Apples integrierter Backup-Anwendung für macOS. Sie ist nicht die einzige gute Lösung, aber sie ist kostenlos und besonders einfach zu bedienen.
In Apple-Apps kannst du frühere Versionen unter „Ablage > Zurücksetzen auf > Alle Versionen durchsuchen“ wiederherstellen. Alternativ klickst du auf das Time-Machine-Symbol in der Menüleiste und wählst „Time Machine-Backups durchsuchen“. Dort kannst du durch frühere Versionen von Ordnern und deren Inhalten navigieren. Klicke bei gedrückter [ctrl]-Taste auf eine Datei oder einen Ordner, um ihn wiederherzustellen.
Time Machine erstellt automatisch stündliche, tägliche und wöchentliche Backups, sobald dein Mac mit einem ausreichend großen externen Laufwerk wie einer SSD oder Festplatte verbunden ist. Für einen besonders schnellen Zugriff werden stündliche Schnappschüsse zunächst bis zu 24 Stunden lang auf dem internen Laufwerk abgelegt – vorausgesetzt, es nutzt das Apple File System (APFS). Danach werden sie bei Bedarf auf das externe Laufwerk verschoben. Apple empfiehlt jedoch, sich nicht allein auf diese Schnappschüsse zu verlassen, sondern immer ein externes Backup zu nutzen.
Zeitreise mit Time Machine
Backups zu erstellen ist das eine – Daten wiederherzustellen das andere. In vielen Apple-Apps, von der Vorschau-App bis Logic Pro, kannst du im Menü „Ablage“ die Option „Zurücksetzen auf“ wählen. Dadurch öffnet sich die Time-Machine-Oberfläche, in der du durch frühere Versionen blättern kannst – wie durch einen Kartenstapel. So findest du schnell die gewünschte Version einer Datei. Das funktioniert auch im Finder: Klicke auf das Time-Machine-Symbol in der Menüleiste und wähle „Time Machine-Backups durchsuchen“, um in der Zeit zurückzureisen.
Wie die meisten Backup-Programme sichert Time Machine nicht das komplette System bis ins letzte Detail. Sind zentrale Systemdateien beschädigt, ließe sich Time Machine ohnehin kaum noch starten. Um Speicherplatz zu sparen, sichern wir zudem nicht jede App, bewahren aber Seriennummern und Lizenzschlüssel separat auf – falls wir macOS neu installieren und alles von Grund auf einrichten müssen.
Backup im Netzwerk
Du kannst Time Machine auch im Netzwerk nutzen – auf zwei Arten. Entweder verwendest du einen anderen Mac als Backup-Ziel oder ein NAS (Network Attached Storage, netzgebundener Speicher) als Speicherort. Für die erste Variante öffnest du auf dem entsprechenden Mac die Systemeinstellungen und gehst zu „Allgemein“ > „Freigaben“ > „Dateifreigabe“. Wähle den Time-Machine-Ordner aus, klicke mit gedrückter [ctrl]-Taste darauf und aktiviere unter „Erweiterte Optionen“ die Funktion „Als Time Machine-Backup-Ziel verwenden“.
Je größer dein Backup, desto mehr Speicher benötigst du. Gerade bei MacBooks ist der Platz oft knapp, sofern du nicht von Anfang an eine großzügige Konfiguration gewählt hast. Eine der besten und kostengünstigsten Lösungen ist eine externe Festplatte, die du per USB anschließt – idealerweise über USB-C, da so Daten schneller übertragen sowie Backups und Wiederherstellungen zügiger durchgeführt werden. Nutzt du ein externes Laufwerk nicht nur für Backups, sondern auch für zusätzliche Daten, solltest du dieses ebenfalls sichern. Wenn du über den Kauf einer externen HDD oder SSD nachdenkst, warte nicht zu lange: Der Boom rund um künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage nach Speicher stark an – und damit auch die Preise.
Nicht auf iCloud verlassen
iCloud ist ein Synchronisations- und Freigabedienst, aber kein vollwertiger Online-Backup-Dienst wie Backblaze oder iDrive.
Online heißt extern
Ein großer Vorteil von Online-Speicher ist, dass deine Daten räumlich getrennt von deinem Mac gespeichert sind – im Ernstfall bleibt dein Backup also erhalten.
Auf Limits achten
Einige Backup-Dienste bieten unbegrenzten Speicher, andere arbeiten mit festen Tarifen.
Sie haben Post!
Manche Online-Backup-Dienste schicken dir auf Wunsch dein komplettes Backup auf einem physischen Datenträger.
1. Die Maschine starten
Time Machine findest du in den Systemeinstellungen unter „Allgemein“. Um es zu nutzen, musst du zunächst festlegen, wo die Backups gespeichert werden. Am häufigsten erfolgt dies auf einer externen Festplatte oder SSD. Klicke auf „Backup-Volume hinzufügen“.
2. Speicherort wählen
Wir verwenden eine externe SSD mit 500 Gigabyte. Wenn du sie auswählst, weist dein Mac möglicherweise darauf hin, dass sie für Time Machine zu klein ist – Apple empfiehlt Speicherplatz in doppelter Größe deiner internen Festplatte.
3. Formatieren
Wenn du ein externes Laufwerk für Time Machine verwendest, muss dieses leer sein. Stelle sicher, dass sich keine wichtigen Daten darauf befinden, bevor du fortfährst. Das Löschen erfolgt schnell und bereitet das Laufwerk für die Nutzung mit Time Machine vor.
4. Optionen
Klicke auf „Optionen“, um die Häufigkeit der Sicherung festzulegen und bestimmte Ordner oder Laufwerke vom Backup auszunehmen. Dein Backup-Laufwerk ist standardmäßig ausgeschlossen. Weitere Ordner fügst du über das Plus hinzu.
5. Ausgeschlossene Inhalte überprüfen
Wir nutzen Time Machine vor allem für Dokumente und wichtige Dateien. Anwendungen, gemeinsam genutzte Benutzerordner und andere weniger wichtige Inhalte schließen wir aus, damit die Backups kompakt bleiben.
6. Abwarten und Tee trinken
Das erste Time-Machine-Backup dauert lange, da es sehr umfangreich ist – selbst wenn du vieles ausschließt. Nachfolgende Backups gehen deutlich schneller, da sie inkrementell arbeiten und nur geänderte Daten sichern.
Power für den Mac
Dieser Artikel ist Teil unserer Artikel-Serie „Mac-Detox“. Hier findest du alle Artikel unserer Reihe:
















